Warum kein Rueckgang um dutzende Prozent?

Autor: René Sip

17-10-2011


Diese Frage erreichte uns anlässlich dieses Artikels vom vergangenen Donnerstag, in dem ich erläuterte, warum wir Aktien positiv betrachten. Die Frage des Lesers zeigt deutlich, dass häufig danach geschaut wird, wie unsere Prognosen aussehen, nicht aber danach, warum wir von dieser Prognose ausgehen. Im Artikel gebe ich klar an, dass ich erwarte, dass Politiker und Zentralbanker in Europa und den USA keine Bank und kein Land stützen lassen werden. Schwierigkeiten werden also letztendlich durch drucken neuen Geldes "gelöst" werden.

 

Diese Erwartung lässt automatisch die Voraussichten entstehen, dass es keinen "Lehman Schock" an den Finanzmärkten geben wird, dass ein Batzen frisch gedrucktes Geld Richtung Finanzmärkte fließen wird und dass am Ende eine zunehmende Inflation entstehen wird. Vor allem die beiden letzten Dinge führen dazu, dass es an den Börsen in den nächsten Jahren kräftige Bewegungen geben wird, aber dass man letztendlich mit günstigen Aktien gut florierender Unternehmen viel besser dran ist als mit wertlosen Anleihen oder Erspartem.

Erwarten Sie, dass unsere politischen Führungspersonen den Dingen ihren Lauf lassen werden?
Sollten Politiker und Zentralbanker allerdings doch eine Bank oder ein Land unkontrolliert Bankrott gehen lassen, ist natürlich die Hölle los und dann wird sich keine meiner Erwartungen bewahrheiten. Wenn Sie also erwarten, dass Politiker und Zentralbanker den Mut haben, den Dingen ihren Lauf zu lassen und den Markt seine Arbeit machen zu lassen, sollten Sie natürlich auf keine Fall in Aktien investieren.

Warum Politiker keine Bank oder kein Land fallen lassen werden
Erstens steckt das nicht in den Genen von Politikern. Sie denken, dass sie die Wirtschaft direkt beeinflussen können. Denken Sie einmal darüber nach, wie sinnlos Politiker sich darüber zanken können, wie viele Arbeitsplätze sie geschaffen haben. Sie begreifen nicht, dass sie darauf schon bald keinen Einfluss mehr haben werden. Und sie leben vermutlich mit der aufrichtigen Illusion, dass sie sich gerade mit der "Rettung" der Wirtschaft beschäftigen.

Zwei Albträume für Politiker
Zudem ist es so, dass wirklich notwendige Maßnahmen, die Politiker in Gang setzen, kurzfristig immer einen negativen Effekt haben und erst langfristig einen (viel größeren) positiven Effekt. Demnach tritt dieser langfristige positive Effekt erst dann ein, wenn die Politiker schon wieder abgewählt wurden, und die Nachfolger heimsen den Applaus ein.

Des Weiter gibt es zwei Dinge, die für einen Politiker ein echter Albtraum sind: Sie werden nicht wiedergewählt und ihre Gegner schmücken sich zu Unrecht mit den Früchten der geleisteten Arbeit des Vorgängers.

Und dann noch der lächerlich niedrige Zins
Zu alldem kommt noch der lächerlich niedrige Zins hinzu. Früher konnte man sein Geld von der Börse nehmen und dafür gute Zinsen bekommen. Heute erleidet man infolge der Inflation garantiert Verlust und langfristig geht man sogar ein Inflationsrisiko ein.

Fazit
Wenn Sie die Meinung eines anderen lesen, sollten Sie vor allem die Prämisse beurteilen, auf der sich diese Meinung aufbaut. Nur dann können Sie beurteilen, ob die Meinung/Prognose gut unterbaut ist und ob Sie dem zustimmen.

Sollten Sie unserer Argumentation zustimmen, wäre es in Ihrem Fall vernünftig (einen Teil Ihres Geldes) in die günstigsten Aktie den besten Unternehmen zu investieren. Und genau das tun wir bei TopAktien. Schließen Sie hier ein Abonnement ab.